Daten und Fakten
Daten und Fakten
Die Wohnungsmärkte in Nordrhein-Westfalen unterliegen permanenten Veränderungen, die regional sehr unterschiedlich sein können. Aufgabe der Wohnungspolitik ist es, auf diese zu reagieren und gemeinwohlschädlichen Entwicklungen entgegenzuwirken. Ohne Datenmaterial sind wichtige Fragestellungen nicht zu beantworten. Transparente und verlässliche Informationen über die aktuellen Entwicklungen sowie qualifizierte Prognosen über die zukünftigen Veränderungen auf den regionalen Wohnungsmärkten sind wesentliche Grundlagen für die Ausrichtung der Wohnungspolitik des Landes und der Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Wie wichtig diese sind, zeigen die im Auftrag des Bauministeriums erstellten Gutachten
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zur Entwicklung der quantitativen und qualitativen Neubaunachfrage auf den Wohnungsmärkten in NRW bis 2030 (empirica 2010) (hier zum Download) plus Anhang/regionale Übersicht (hier zum Download)
- des F + B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH (November 2011), das eine Optimierung der Gebietskulissen für die regionale Differenzierung der Wohnraumförderung in Nordrhein-Westfalen erarbeitet hat (hier zum Download).
Zahl der Wohnungen steigt
Der Bestand an Wohnungen in Nordrhein-Westfalen steigt kontinuierlich an. Denn der Neubau übersteigt nach wie vor den Wegfall veralteter Wohnungsbestände.
Wohnungsbestand in Nordrhein-Westfalen
Quelle: Information und Technik NRW (IT.NRW)
Darstellung: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen,Wohnen und und Verkehr NRW (MWEBWV), Referat VIII.3
Allgemeine Wohnungsbautätigkeit geht zurück - der soziale Wohnungsbau nicht
Die Wohnungsbautätigkeit in Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen zehn Jahren um über 60 Prozent zurückgegangen. Während im Jahr 2000 noch 82.000 Wohnungen fertig gestellt wurden, waren es 2009 weniger als 82.000
Baufertigstellungen in Nordrhein-Westfalen
Quellen: IT.NRW und NRW.Bank, Darstellung MWEBWV NRW, VIII.3
Während die allgemeine Wohnungsbautätigkeit in NRW kontinuierlich deutlich sank, verzeichneten die Fertigstellungen im sozialen Wohnungsbau insbesondere in den letzten Jahren nur einen moderaten Rückgang und hielten sich 2009 auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Anteil des sozialen Wohnungsbaus an der gesamten Wohnungbautätigkeit liegt im letzten Jahrzehnt stabil bei rund 20 Prozent, seit 2008 wieder mit steigender Tendenz..
Anteil der sozialen Wohnraumförderung am Wohnungsbau in Prozent
Quellen: IT.NRW und NRW.Bank
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3
Finanzierungsstruktur der Wohnungsbauprogramme
Im Rahmen der Neuordnung der föderalen Beziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen wurde die soziale Wohnraumförderung vollständig auf die Länder übertragen. Bis 2013 erhält Nordrhein-Westfalen aus dem Bundeshaushalt noch Kompensationsleistungen für die entfallenen Bundesfinanzhilfen. Sie werden vollständig für die soziale Wohnraumförderung verwendet. Seit Auflösung der Wohnungsbauförderungsanstalt zum 1. Januar 2010 werden die Förderprogramme weit überwiegend aus Mitteln der NRW.Bank finanziert.
Finanzierungsstruktur der Wohnungsbauprogramme 2000-2010
Quelle: NRW.Bank
Darstellung; MWEBWV, Referat VIII.4
Neubauförderung steigt wieder an
Ende der 1980er Jahre gab es in Nordrhein-Westfalen erhebliche Wohnungsnotstände. Um sie zu überwinden, hat das Land den sozialen Wohnungsbau in einer Größenordnung von 20.000 bis 35.000 Wohnungen pro Jahr gefördert. Inzwischen haben sich die Wohnungsmärkte in vielen Regionen des Landes entspannt. Allerdings fällt es vielen Haushalten vor allem in den Wachstumsregionen schwer, sich angemessen selbst mit geeignetem Wohnraum zu versorgen. Dem steigenden Bedarf entsprechend wurden 2009 über 31 Prozent mehr barrierefreie und altengerechte Mietwohnungen und fast 50 Prozent mehr Wohnheime als im Vorjahr gefördert. Auch die Förderung des Neubaus und der Ersterwerb des selbstgenutzten Wohneigentums wurden im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet.
Summe aller geförderten Neubauwohnungen
Quelle: NRW.Bank
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3
Bestand preisgebundener Mietwohnungen sinkt
Der Bestand an preisgebundenen Mietwohnungen wird in den kommenden Jahren weiter deutlich zurückgehen. Denn für viele Wohnungen entfällt dann die Preisbindung, nachdem die Förderkredite planmäßig getilgt wurden. Hinzu kommt, dass für weitere Wohnungen nach vorzeitiger Tilgung der Förderkredite die Nachwirkungsfrist von bis zu 10 Jahren und damit auch die Preisbindung endet. In Hinblick auf die weitere Entwicklung der Wohnungsmarktsituation in Nordrhein- Westfalen sehen Marktexperten eine Anspannung der Situation insbesondere bei preisgebundenen Wohnungen und im unteren Mietpreissegment (Quelle: NRW-Bank, Preisgebundener Wohnungsbestand 2009, S. 9).
Bestand preisgebundener Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen
Quelle: NRW.Bank
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3
Anteil der Eigentumsförderung deutlich gestiegen
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung besonders bedürftige Haushalte beim Bau oder Kauf neuer oder gebrauchter Eigenheime auch mit der direkten Eigentumsförderung. Diese Förderung wurde in den vergangenen zehn Jahren deutlich erweitert, um die im Vergleich der Bundesländer unterdurchschnittliche Eigentumsquote in NRW zu steigern.
Aufteilung der sozialen Wohnraumförderung in Miet- und Eigentumsmaßnahmen (Neubau und Bestand)
Quelle: NRW.Bank
Darstellung: MWEBWV; Referat VIII.3
Die Wohnungsbestände werden älter
Etwa ein Viertel des nordrhein-westfälischen Wohnungsbestandes wurde vor 1948 gebaut, deutlich mehr als die Hälfte stammt aus der Zeit vor 1969.
Wohnungsbestand nach Altersklassen in Nordrhein-Westfalen
Quelle: NRW.Bank, ohne evtl. Abgänge
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3
Bestandspolitik und Erneuerungsstrategien
Viele der älteren Wohnungen entsprechen weder den Nutzungsvorstellungen der Menschen noch den heutigen Qualitätsstandards - selbst wenn sie an gut erschlossenen Standorten mit überdurchschnittlicher Infrastruktur liegen.
Gefragte zukunftsfähige Qualitätsstandards sind
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hohe Energieeffizienz, um die Energiekosten zu begrenzen,
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barrierearme bzw. barrierefreie Standards, damit die Wohnung in möglichst allen Lebenslagen genutzt werden kann,
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ein sicheres und attraktives Wohnumfeld und
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bezahlbare Mieten, insbesondere für Haushalte mit kleinem Einkommen.
Als sozial- und wohnungspolitischer Beitrag zur Verbesserung der Qualitätsstandards im Bestand werden im Rahmen der investiven Bestandsförderung schwerpunktmäßig Investitionen zur Energieeinsparung und zum Abbau von Barrieren gefördert.
Wichtigstes Ziel des Förderangebots zur Reduzierung von Barrieren ist es, Menschen in allen Lebenslagen und insbesondere im Alter Wohnen und Leben in der eigenen Wohnung und im vertrauten Quartier zu ermöglichen. Zurzeit ist von den rund 8,5 Millionen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen nur ein kleiner Teil barrierefrei. Hier liegt ein großer baulicher Handlungsbedarf. Deshalb werden die nötigen Investitionen in Mietwohnungen ebenso wie im selbst genutzten Wohnraum mit zinsverbilligten Darlehen unterstützt
Abbau von Barrieren im Wohnraum
Quelle: NRW.Bank, Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3
Ein zentrales wohnungspolitisches Bestandserneuerungsziel ist es, die energetische Sanierungsquote zu erhöhen, um die nationalen und internationalen Klimaschutzziele zu erreichen. Dafür müssen insbesondere die Energieeinsparpotenziale im Bestand genutzt werden. Die Energieeffizienz im Gebäudebereich zu steigern ist dabei ein wesentlicher Ansatzpunkt. Der größte Handlungsbedarf liegt bei den Nachkriegsbeständen der 1950er bis 1980er Jahre.
Die positiven Folgen von Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden sind die Senkung der Heizkosten und eine verstärkte Minimierung des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2). Energieeffiziente Bestände sind wichtig für Mieter und Vermieter: Für Vermieter sichern sie die nachhaltige Vermietbarkeit der Wohnungen, für Mieter bleiben die Heizkosten bezahlbar.
Energetische Sanierung von Wohnungen in Nordrhein-Westfalen
Quelle: NRW.Bank, Kfw
Darstellung: MWEBWV, Referat VIII.3










