Ministerium Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Landeseigene Kirchen

Auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen hat es insbesondere vom 12. bis zum 14. Jahrhundert zahlreiche Klostergründungen gegeben. Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging das kirchliche Landeigentum in den Besitz des preußischen Staates über. Zu diesem historischen Erbe zählen in der Reihenfolge der Entstehungsjahre:

  • die ehemalige Stiftskirche der ersten rechtsrheinischen Prämonstratenser Cappenberg in Selm (Anfang des 12. Jahrhunderts),
  • die Doppelkirche in Bonn-Schwarzrheindorf (1148 bis 1151),
  • die ehemalige Zisterzienserkirche Mariä Himmelfahrt in Harsewinkel-Marienfeld (1222 geweiht),
  • die Margarethenkapelle am Wittekindsberg in Porta Westfalica-Barkhausen,
  • die ehemalige Zisterzienser-Abteikirche Sankt Mariä Himmelfahrt in Odenthal/Altenberg (Altenberger Dom), gebaut in den Jahren 1255 bis 1379,
  • die ehemalige Stiftskirche Fröndenberg (1230 bis 1262),
  • das Kloster Marienthal in Hamminkeln, dessen Kirche in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden fast alle mittelalterlichen Klosteranlagen durch Um-, Erweiterungs- und Neubauten vergrößert und in barocken Formen neu gestaltet. Zum baulichen Erbe dieser Zeit gehören im wesentlichen die folgenden barocken Großbauten:

  • die katholische Pfarrkirche Sankt Andreas in Düsseldorf, ab dem Jahr 1622 durch Herzog Wolfgang Wilhelm für die Jesuiten und zugleich als Hof- und Grabkirche erbaut,
  • die 1627/28 erbaute Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn, der 1746 bis 1751 ein Stiegenbau mit triumphbogenartig ausgebauter Fassade vorgelagert wurde (Heilige Stiege),
  • die Namen-Jesu-Kirche in Bonn, eine ehemalige Jesuitenkirche vom Ende des 17. Jahrhunderts,
  • die Theresienkirche in Aachen, 1739 bis 1748 von Laurenz Mefferatis errichtet, mit der Ausstattung von Johann Josef Couven,
  • die Wallfahrtskirche Sankt Adelheidis in Bonn-Pützchen, eine ehemalige Karmeliterkirche aus dem 18. Jahrhundert, die nach einem Brand im Jahr 1887 und nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg jeweils wieder aufgebaut wurde.
Eine Sonderstellung nimmt die ehemalige Abteikirche in Essen-Werden ein, die jeweils zur Hälfte dem Land Nordrhein Westfalen und der Kirche gehört. Sie ist in verschiedenen Bauphasen entstanden und stellt sich heute als dreischiffige spätromanische Emporenbasilika (1275 geweiht) mit Vierungsturm und ottonischem Westwerk (10. Jahrhundert) dar.
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